Heilpädagogische Dienste St. Ingbert - Autismus

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Autismus

Autismus ist eine Behinderung, die sich in unterschiedlicher Weise auf alle Entwicklungs-bereiche der betroffenen Menschen auswirkt. Im Diagnosemanual der Weltgesundheits-organisation ICD 10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen) gehört der Autismus zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. Drei wesentliche Merkmale definieren den Autismus:

- Störungen im sozialen Umgang

- Beeinträchtigung der Kommunikation

- beschränkte, sich wiederholende u. stereotype Verhaltensweisen

Neben diesen Kernsymptomen muss eine beeinträchtigte und auffällige Entwicklung bereits in frühester Kindheit vorliegen und die Störung darf nicht durch eine andere tiefgreifende Entwicklungsstörung besser erklärt werden können.

Es werden drei Typen unterschieden, bei denen o. g. Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt sein können:

- der frühkindliche Autismus (auch infantiler Autismus, Kanner-Autismus), bei dem in der überwiegenden Anzahl auch eine Intelligenzminderung vorliegt. Eine Ausnahme stellt die Variante des hochfunktionalen Autismus (high-functioning autism) dar,

- der atypische Autismus, bei dem der Beginn der Auffälligkeit auch nach dem dritten Lebensjahr liegen kann und einige diagnostische Kriterien des Autismus auch fehlen können und

- das Asperger Syndrom, bei dem häufig eine normale Sprachentwicklung stattfindet und auch im kognitiven Bereich kaum Verzögerungen festzustellen sind. Die betroffenen Menschen sind motorisch auffällig ungeschickt.



Innerhalb dieses autistischen Spektrums können die Übergänge fließend sein. Selbst der Übergang vom Asperger Syndrom zur Normalität ist fließend.

Ursachen: Heute geht man davon aus, dass verschiedene Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Man spricht von einer multifaktoriellen Bedingtheit oder Verursachung. Unbestritten ist die erbliche Komponente, wobei verschiedene Gene beteiligt zu sein scheinen. Weitere erkannte Ursachen für Autismus sind Infektionskrankheiten, hirnorganische Störungen und neurochemische Faktoren.

Therapie: Die Komplexität des Autismus erfordert einen spezifischen, mehrdimensionalen Behandlungsweg. Voraussetzung hierbei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachleute und eine enge Kooperation mit den Eltern. Grundsätzlich gilt, je früher eine Behandlung einsetzt, desto erfolgversprechender wird die Therapie verlaufen. Eine angeborene Beeinträchtigung bedeutet nicht, dass sie unveränderlich ist. Autismus ist zwar nicht heil-, aber behandelbar.

Bernd Krämer
Leiter des heilpädagogischen Kindergartens

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